08.10.2021

Saisonkalender Oktober

Was für ein Geschenk des Himmels, solche milden, sonnigen Oktobertage. Klare Luft und helles Licht. Ein Spaziergang in der Mittagspause macht den ganzen Tag gute Laune. Und beim Schlendern – egal ob in der Innenstadt, auf dem Land oder am Bahndamm entlang – sieht man tatsächlich auch so spät im Jahr noch ganz viel blühen und wachsen, das sich superlecker und ganz umsonst in einen herbstlichen Wildkräutersalat verwandeln lässt.
Was für ein Geschenk des Himmels, solche milden, sonnigen Oktobertage. Klare Luft und helles Licht. Ein Spaziergang in der Mittagspause macht den ganzen Tag gute Laune. Und beim Schlendern – egal ob in der Innenstadt, auf dem Land oder am Bahndamm entlang – sieht man tatsächlich auch so spät im Jahr noch ganz viel blühen und wachsen, das sich superlecker und ganz umsonst in einen herbstlichen Wildkräutersalat verwandeln lässt.
 
 

Wildkräutersalat von der Straße


Löwenzahn sprießt in der dritten oder vierten Welle des Jahres wieder jung aus dem Boden. Giersch ärgert die Gärtner in jeder Jahreszeit, aber um junge Blätter zu pflücken, ist jeder Tag ein guter Tag. Sie schmecken säuerlich und überraschend charaktervoll – ein bisschen Mangold, ein bisschen Spinat. Auch echte Brunnenkresse wächst noch an feuchten Stellen, die Blätter waschen und frisch verwenden. Von der Kapuzinerkresse pflückst du die orange-rot leuchtenden Blüten vorsichtig ab, sie schmecken mild und fast nussig. Wachsen gern an warmen Mauern. Brennessel treiben im Oktober auch wieder jung aus. Mit Handschuhen pflücken und einmal mit dem Nudelholz über die Blätter walzen, bevor sie in den Salat kommen. Dadurch wird das Nesselgift unschädlich gemacht. Deine Fundstücke mischst du mit Blattsalat, den du noch im Kühlschrank hast. Zum Dressing fruchtige Essigspezialitäten verwenden, sie harmonisieren den leicht bitteren, säuerlichen Akzent der Wildkräuter. Unser Granatapfel-Aperitif-Essig ist eine Wucht, auch Himbeere oder Apfel bringen sommerliche Fruchtsüße an die Salatsauce, die du mit Olivenöl anrührst.
Ofenkartoffeln und ein Tzaziki-Dip dazu und du hast ein famoses Oktoberabendessen.

 

Ein Gruß aus der Erde – Sellerie


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Im Dunkeln wächst er leise und lange vor sich hin und wenn die Knolle im Oktober vom Feld geerntet ist, riecht sie nach frischer Erde und schaut ein bisschen bemitleidenswert aus: bleich, bräunlich, runzelig. Kein Vergleich mit den leuchtenden, bunten Gemüseverwandten. Aber dieser unscheinbare Geselle, der lange nur in abgepacktem, müdem Suppengrün seine Verwendung fand, hat in sich: würzig, erdig und sanft im Geschmack, macht er im Ofen wieder Furore. Mit der Gemüsebürste abschrubben und den ganzen Kerl mit Olivenöl mit schwarzem Knoblauch einreiben. Gern noch mit Meersalz bestreuen und dann ab in den Ofen. Es dauert auf dem Blech bei 190 Grad gut und gerne eine bis anderthalb Stunden. Dann holst du ihn verschmurgelt und duftend aus dem Ofen und das Fest beginnt: Eine Scheibe mit Zitrone-Basilikum-Dressing, die nächste mit Teriyaki-Sesam-Sauce und obwohl du schon satt bist: mit Orange-Rosmarin solltest du ihn auch probieren.
 
Erde und Luft verbinden sich ganz klassisch im Selleriesalat mit Äpfeln und Zwiebeln. Jetzt im Oktober sind die säuerlichen Sorten reif: Elstar, Gravensteiner oder Rubinette sind tolle Begleiter. Gekochten Sellerie schälen und würfeln, Äpfel und Zwiebel kleinschneiden. Aus Apfelessig und nussigem Steirischen Kürbiskernöl eine Vinaigrette anrühren, mit Salz und grob gemahlenem Pfeffer abschmecken.

 

Quitten – Liebe und Glück im Topf


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Wo wir schon von Obstbäumen reden: Die Quitten sind reif. Leuchtend gelb, ein wenig pelzig auf der Oberfläche und steinhart. In der griechischen Antike galten sie als Symbol für Liebe, Glück und Unvergänglichkeit. Sie wollen erobert werden und ein wenig Mühe auf sich verwendet sehen, aber sie danken es mit genialem Geschmack, der zwischen Birne und Pflaume, Apfel und Zitrone schwankt und sie alle in sich vereint. Quitten passen hervorragend zu Lammfleisch. Lass dir Lammgulasch beim Metzger aufschneiden. In Öl in einem Schmortopf erhitzen und das gewürfelte Fleisch portionsweise anbraten. Fleisch herausnehmen. Geschälte und fein geschnittene Zwiebel, Knoblauch und Ingwer
In dem Schmortopf glasig anbraten. Das Fleisch wieder dazugeben und Salz, Pfeffer, Gewürzmischung Alleskönner Orientalisch, Cayennepfeffer und Kurkuma dazugeben. Mit heißem Wasser aufgießen, aufkochen und ca. 45 Minuten garen.
Jetzt zu den Quitten: Während das Fleisch schmort, die Quitten schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Du brauchst ein scharfes Messer dazu. Eine Handvoll Datteln kann auch dabei. Zum Schluss den Saft einer halben Limette dazugeben, ebenso eine Prise Zimt und einen Esslöffel Honig. Ungefähr noch 15 Minuten garen, bis die Quitten durch sind. Keine Angst bei den Mengen, es kommt nicht auf ein Gramm an, du darfst gern nach Gefühl dein Lamm-Quitten-Gulasch komponieren. Ein Tipp: auf ein Pfund Lammfleisch nimmst du ein Pfund Quitten
Ein Klassiker dazu ist natürlich Couscous. Und ein Wildkräutersalat.
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Oktober / Herbst / Wild