16.04.2021

Sandwich, Stulle & Co – Was habt ihr so drauf?

Die besten Erinnerungen sind mit einem Sandwich verknüpft: Wenn die Zugfahrt zermürbend lang wird und das Heimweh sich schon meldet, ist das Beste der Welt ein Biss in eine gute Käsestulle – körniges Schwarzbrot mit Kresse und Butter war immer mein absoluter Favorit.
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Die besten Erinnerungen sind mit einem Sandwich verknüpft: Wenn die Zugfahrt zermürbend lang wird und das Heimweh sich schon meldet, ist das Beste der Welt ein Biss in eine gute Käsestulle – körniges Schwarzbrot mit Kresse und Butter war immer mein absoluter Favorit. Wenn man im Sommer früher stundenlang im Wasser war und ausgehungert bis auf die Knochen sich auf die Schwimmbaddecke fallen lässt, hilft nur noch eine Brotzeit: Bauernbrot mit Schinken und Gürkchen macht einen wieder zum Menschen. Auch in der italienischen Variante – als Tramezzino, bei dem sich zwischen hellen Weißbrotscheiben eine köstlicher Berg aus Thunfisch, Mayonnaise und Tomaten auftürmt, ist ein Sandwich die seligmachende Rettung nach langen Besichtigungstouren.

Viele Jahre lang war das Image des guten alten Butterbrots irgendwie beschädigt: Es galt als langweilig, uncool und hausfraulich-spießig. Mit der Rückbesinnung auf gesunde Zutaten und auf die Qualität des Hausgemachten anstelle von Fastfood hat das Butterbrot Terrain zurückgewonnen und wird wieder öffentlich und in den sozialen Medien geliebt. Ein selbstgemachtes Sandwich in der Dose produziert auch einfach weniger Abfall und Verpackungsmüll als Convenient Food.

Das Lob für die Erfindung des Sandwichs gebührt einem adeligen Engländer, nämlich dem vierten Earl of Sandwich, John Montagu. Dieser Herr, ein britischer Admiral und Diplomat, lebt Mitte des 18. Jahrhunderts auf seinem Schloss und war wohl ein echter Workaholic, der es nicht schätzte, seine Schreibtischarbeit für ein warmes Essen zu bestimmten Uhrzeiten unterbrechen zu müssen. Mehr als seine Arbeit liebte er noch das Kartenspiel, das ihm auch keine Zeit zum Essen ließ. Also orderte er bei seinem Butler eine Scheibe Rindfleisch zwischen zwei Brotscheiben, die er nebenbei und mit einer Hand essen konnte. Die anderen Adeligen und auch seine Mitspieler waren begeistert und bestellten ein Essen „wie Sandwich“. Der größte Beitrag der Engländer zur internationalen Essenskultur war geboren.
Natürlich wurde Brot schon in verschiedenen Jahrhunderten und Kulturen lange vorher belegt und geliebt, aber unter dem Namen Sandwich firmiert die Stulle seit 1762.

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Was habt ihr am liebsten drauf auf eurem Sandwich? Grundsätzlich sind die möglichen Kombinationen ja zahllos und hängen auch von der Jahreszeit und vielleicht auch dem Anlass ab. Ein schnelles Pausenbrot belegt man manchmal nicht so liebevoll wie ein Sandwich für ein Picknick im Grünen. Mit ein paar wenigen Handgriffen und Zutaten kannst du aber aus jeder Stulle eine Freude machen.
Ob helles, dunkles oder körniges Brot, Krustenbrot oder ein doppelt gebackenes Roggen, ob du lieber Landbrot oder Weißbrot nimmst, ist eigentlich egal. Was die perfekte Komposition ist, entscheidest du und deine Mitesser natürlich. Weißbrot kann mit Pastrami, Gürkchen und Kräutern herzhaft-fluffig werden, ein dunkles Vollkornbrot mit Lachspastete und getrockneten Tomaten ein Leckerbisschen aus Kontrasten und köstlichen Aromen.

Wichtig ist es, dass du dich für eine Hauptzutat entscheidest und um sie herum deinen Turm baust. Gemüse, Salat oder Cremes geben deinem Sandwich Textur und Kontrast.
Für Veganer und auch alle anderen Genussfreunde ist zum Beispiel ein dunkles eiweißreiches Brot mit gegrillten Auberginen ein Fest. Bestreiche die erste Scheibe mit Hummus, lege gern ein Salatblatt oder gerupfte Petersilie drauf, überlappend die großen Auberginenscheiben und darauf Radieschenscheiben oder auch frische Tomatenscheiben.

Ein veritables Mittagessen zauberst du mit einem großen Stück Baguette oder Ciabatta, das du in der Mitte quer aufschneidest. Als Grundlage verstreichst du Butter oder auch eine Salatsoße aus Himbeeressig und Olivenöl – leichter und auch etwas raffinierter im Geschmack. Putenbrustscheiben sind deine Hauptzutat. Sie lieben alles: hartgekochte Eier, geraspelte Möhren, Tomaten und eingelegte Gürkchen. Supergenial ist auch ein wenig Mango-Chutney auf die obere Brothälfte zu streichen. Auch eine Honig-Senfsauce katapultiert die Stulle in die Feinschmeckeratmosphäre.

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Eines unserer Lieblingssandwichs besteht aus einem farbenfrohen, leckeren Kunterbunt zwischen zwei Scheiben. Wir nehmen gern Roggen-Kürbiskernbrot mit Cranberrys – ein fruchtig-kerniger Untergrund. Bereite Salatblätter, frische Sprossen, Avocado und geraspelte Möhren vor, bestreiche die untere Scheibe mit einem Café de Paris-Dip auf der Grundlage von Frischkäse und türme sorgsam das fein geschnittene Gemüse auf. Göttlisch!

Wir empfehlen eine Serviette.

 
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Stulle / Sandwich / Brot