17.09.2021

Saisonkalender: September

Im September ist es schlichtweg kriminell, Obst und Gemüse aus Südamerika, Neuseeland oder Ägypten zu kaufen. Denn wenn es eine Saison im heimischen Anbau gibt, die das Füllhorn über uns ausschüttet, dann ist es der September. 
Im September ist es schlichtweg kriminell, Obst und Gemüse aus Südamerika, Neuseeland oder Ägypten zu kaufen. Denn wenn es eine Saison im heimischen Anbau gibt, die das Füllhorn über uns ausschüttet, dann ist es der September. Schon im letzten Monat war das Angebot auf den Märkten und in den Supermärkten vielseitig, verschwenderisch frisch und reichhaltig. Im Augenblick aber fassen die Regale und Tische kaum das Angebot aus regionalem Anbau. Heidelbeeren und Brombeeren kommen immer noch frisch vom Freiland. Dazu gesellen sich jetzt noch saftige Birnen und sonnengereifte Äpfel (nach alten Sorten Ausschau halten!), Zwetschgen leuchten lilafarben und Reineclauden locken in mattem Gelb. Rote und Gelbe Beete ist nun reif, die ersten Kürbisse sind da, Sellerie, Rosenkohl und Mangold werden gerade geerntet. Bei manchen dieser Gemüse werden mittelgute Kindheitserinnerungen wach. Rosenkohl – Alptraum in weißer Soße – braucht wahrscheinlich eine richtig gute Werbeagentur, um sein Image loszuwerden.

Wir versuchen es mal mit einfachen und vielleicht ungewohnten Zubereitungsweisen, damit  die frischen Sachen, die nur einen kurzen Weg vom Feld in deine Küche zurückgelegt haben, auch beim Abendessen punkten und Freude machen. Wir stellen in unserem Blick auf den Saisonkalender einige vor, die im September Saison haben und auf die Schnelle Abwechslung, Farbe und Gesundheit auf deinen Teller bringen.

 

Hokkaido und Rote Beete – Mehr Farbe geht nicht


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Das Fantastische am Hokkaido-Kürbis ist nicht nur seine leuchtend orange Farbe, der enorm hohe Vitamin C-Gehalt, viele Mineralstoffe und sein nussig-erdiges Aroma. Er macht uns vor allem das Kochen leicht, weil man ihn nicht schälen muss. Kürbis gut abwaschen und eventuell abbürsten, wenn noch Erdklümpchen dranhängen. Mit einem großen Messer zerteilen und Kerne sowie weiche Fasern entfernen. Das feste Fruchtfleisch in kleine Stücke zerteilen. In einer Schüssel etwas Olivenöl, Chiliflocken, Pfeffer und Ingwer-Knoblauch-Salz vermischen, die Kürbisstücke dazugeben und gut vermengen. Backofen auf 180 Grad vorheizen, Backpapier auf einem Blech auslegen und den Kürbis darauf verteilen. Dauert etwa 15 bis Minuten, dann kannst du dein duftendes Ofengemüse rausholen. Perfekt zu Huhn oder Fleisch oder auch super lecker mit einem Dip. Aioli oder Tzaziki sind unsere Lieblinge. Für den großen Auftritt reservierst du eine Hälfte des Blechs für die rote Knolle. Lass die Blätter ruhig dran, mit einer Gemüsebürste abschrubben, mit Olivenöl und buntem Pfeffer würzen und ungefähr 20 Minuten vor dem Kürbis in den Ofen schieben.

Mit Rosenkohl kannst du natürlich ähnlich verfahren: Vermische 4 EL Olivenöl mit je 2 EL Honig und Senf. Die Rosenköhlchen unten einschneiden, mit der Marinade vermengen und ab in den Ofen. Duftet mindestens so gut wie ein Strauß Rosen!
 
 

Mangold macht glücklich


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Das haben wir uns nicht ausgedacht, sondern in Italien gelernt. In der Küche Italiens – eigentlich des ganzen Mittelmeerraums – ist Mangold heiß geliebt. Weich, sanft, herbstlich und anschmiegsam – all diese Tugenden der dunkelgrünen Blätter an roten Stängeln kommen am besten zur Geltung, wenn du den knolligen Fuß abschneidest, die Blätter wäschst und in gutem Olivenöl mit Knoblauch in der Pfanne bei guter Hitze zusammenfallen lässt. Gern in Portionen, wenn deine Pfanne zu klein ist. Die Stängel dürfen noch bissfest sein, wenn du abgewaschene Kichererbsen aus der Dose dazu gibst und zusammen mit geschälten Tomaten langsam köcheln lässt. Salzen und kräftig mit dem Bio-Einfach-Alleskönner abschmecken. Du kannst Nudeln dazu kochen – am besten kurze Pasta – oder tunkst eine Scheibe dunkles Brot in den Topf voll Glück.

 

Zwetschgenkuchen – Sommer vom Blech


Großartig, die Leute, die stundenlang und hingebungsvoll in einer warmen Küche Hefeteig pflegen. Es ist auch tatsächlich im Grunde nicht schwierig, aber es braucht Zeit. Wenn dir die fehlt oder die Muße oder die Lust, dann ist es durchaus erlaubt (und schmeckt verdammt gut), im Supermarkt nach dem fertigen Hefeteig zu greifen.

Viel wichtiger sind die Zwetschgen. Probier schon welche pur – saftig, sonnig und süß sollen sie sein! 1,5 Kilo dürfen es für ein Blech sein. Waschen, halbieren, entsteinen und ziegelförmig auf dem Blech arrangieren. Jedes anderes Muster ist auch schön. Backanleitung folgen und auf den heißen Kuchen Zimt und Zucker streuen. Viel Zimt und Zucker. Es gibt kaum etwas Genussvolleres.
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