27.08.2021

Kräuter konservieren – Für den Sommer im Winter

Wo in den Monaten Juni, Juli, August und September Überfluss herrscht, ist in der Herbst- und Winterzeit Ebbe:  im Kräutergarten nämlich. Das muss gar kein Riesenbeet in einem schicken Landgarten sein. Auch im Balkonkasten oder auf der Fensterbank gedeihen im Sommer und am besten mit reichlich Sonne Rosmarin und Oregano, Borretsch, Petersilie, Thymian und Salbei.
Wo in den Monaten Juni, Juli, August und September Überfluss herrscht, ist in der Herbst- und Winterzeit Ebbe:  im Kräutergarten nämlich. Das muss gar kein Riesenbeet in einem schicken Landgarten sein. Auch im Balkonkasten oder auf der Fensterbank gedeihen im Sommer und am besten mit reichlich Sonne Rosmarin und Oregano, Borretsch, Petersilie, Thymian und Salbei.

Allerdings kommt es in den warmen Wochen auch schnell zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. So viel Rosmarin kann man an keine Kartoffel und so viel Borretsch an keinen Salat tun, wie diese Freunde wachsen und duften. Aber sie zu verschwenden wäre so unendlich schade! Muss man auch nicht. Es gibt ein paar gute Wege, frische Kräuter haltbar zu machen, die nicht viel Aufwand bedeuten und die Aromen erhalten. Welche Methode für dich am besten ist, entscheidest du danach, was du mit den Kräutern machen möchtest. Einige Sorten brauchen auch bestimmte Verfahren.
 
 

Einlegen in Öl – Sommertheater in der Flasche


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Bohnenkraut, Thymian, Rosmarin, Bärlauch, Oregano und Salbei eignen sich erntefrisch zum Einlegen ganz besonders gut. Die ätherischen Öle werden erhalten und geben ihre Aromen an das Öl ab. Vielleicht sammelst du übers Jahr Glasflaschen mit Schraub- oder Bügelverschluss, deren Form dir gefällt. 500 ml ist eine gute Größe. Gib die erntefrischen Zweige und Blätter in die Flasche. Zusätzlich kannst du auch mit anderen Geschmacksnoten spielen: getrocknete Chilischoten, Wacholderbeeren oder Fenchelsamen eignen sich zum Beispiel sehr gut (und sehen hübsch aus!).  Über einen kleinen Plastiktrichter gießt du so viel natives fruchtiges Olivenöl in die Flasche, dass alle Kräuter bedeckt sind. Gut verschließen und zwei bis drei Wochen an einem kühlen, dunklen Ort stehen lassen. Ab und zu schütteln. Bei dieser Methode hast du auch in einem Gang sehr hübsche kleine Geschenke produziert! Die Flasche mit Bast oder bunten Bändern umwickeln, eine Blüte dranstecken. Happy Birthday.

Übrigens: Auch in Essig lassen sich diese Kräuter gut konservieren. Oder, betrachtet man es andersherum, mit diesen Kräutern kannst du Essig noch geschmacksintensiver machen. Statt in Olivenöl legst du die frischen Kräuter in weißem Balsamico Essig ein. Eine Freude am Salat! Hält sich tatsächlich einige Jahre.

 

Schockfrosten für empfindsame Kräuterlein


Petersilie, Kerbel, Dill und Schnittlauch haben empfindliche Blattstrukturen und verlieren schnell ihren Geschmack. Also: die erntefrischen Kräuter rasch kleinschneiden, in Gefrierbeutel geben und in die Kälte damit. Basilikumblätter bitte nicht kleinschneiden! Sie werden sonst matschig und verlieren ihren Geschmack! Die tiefgefrorenen Kräutlein halten sich im Freezer ungefähr vier Monate lang. Eine Alternative, die Spaß macht ist, es auch, die Kräuter mit ein wenig Wasser in Eiswürfelschalen zu gefrieren. Einen Würfel Basilikum kannst du dann sehr lässig im Januar in deine toskanische Tomatensuppe gleiten lassen.

 

Trockensträuße – Geschenke an den Gaumen


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Auch wenn deine Küche kurzzeitig wie eine Bauernstube aus dem 19. Jahrhundert aussieht, die Methode ist unschlagbar einfach. Du bindest kleine, luftige Sträuße von Pfefferminze, Zitronenmelisse oder Oregano zusammen und hängst sie kopfüber am Faden auf. Zum Trocknen eigenen sich noch: Estragon, Koriander und Lavendel. Wichtig ist, dass der Raum wirklich gut gelüftet wird und deine Trockensträuße keine direkte Sonne abbekommen. Die Küche bietet sich also an. Wenn sie rascheln, sind sie trocken. Das dauert einige Tage, manchmal bis zu zwei Wochen – je nach Wetterlage. Die Blätter und Nadeln von den Stielen pflücken, mit den Fingern zerkleinern. In eine verschließbare Dose füllen und später freuen.

 

Kräuterpesto – Das Mus muss


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In einem Pesto machst du die frischen Kräuter nicht nur haltbar, sondern hast auch zugleich ein Gericht für die schnelle Pasta im Kühlschrank. Nicht nur Basilikum eignet sich klasse dafür. Auch Kerbel, Bärlauch und Schnittlauch sind geschmacksintensive Kandidaten. Für das Pesto brauchst du etwa vier Bünde Kräuter, 150 ml Olivenöl, zwei Knoblauchzehen, eine Handvoll Pinienkerne, 200 Gramm Parmesan, Pfeffer und Salz. Kräuter waschen und kleinschneiden, mit den Gewürzen im Mörser zerstampfen und dem Öl aufgießen. Den Parmesan unterrühren. Wenn dir das zu viel Akt ist und der Bärlauch gerade keine Saison hat: Unser Bärlauch-Pesto ist eine Wucht. Mindestens so gut wie unser Basilikum-Pesto.
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Kräuter / Pesto / Öl / Gewürze